Funktionfadenlegung mit dem Schusseintragssystem an einer RR-Raschelmaschine
ITM/TU Dresden

Effektive Fertigungstechnologie für Kettengewirkestrukturen mit Funktionsintegration

Die Situation

Auf Webmaschinen können Funktionsfäden grundsätzlich als Kett- sowie als Schussfäden eingetragen werden. Sie verlaufen somit über die gesamte Gewebe-länge bzw. -breite. Die Umsetzung mäanderförmiger Funktionsfadenverläufe er-forderte bisher eine nachträgliche Kontaktierung der Kett- und Schussfäden. Die durch die Firma Dornier neu entwickelte „Open Reed Weave“-Technologie erlaubt nunmehr eine Einarbeitung von Funktionsfäden als Mäander.

Allerdings liegen diese Zusatzfäden prinzipbedingt nicht in der Gewebestruktur, sondern sind obenauf angeordnet. Eine Einbindung derartiger Fäden ist nur bei jedem zweiten Schusseintrag möglich. Bei langen seitlichen Auslenkungen der Fäden (große Versatzwege) wird die Leistung der Webmaschine drastisch reduziert. Grundsätzlich besitzen die Gewebe im Vergleich zu Maschenwaren eine eingeschränkte Dehnbarkeit, die sich aus Anwendersicht nachteilig auswirken kann.

Das Projekt

Das Forschungsprojekt zielte auf die Entwicklung eines flexiblen und produktiv arbeitenden Schusseintragssystems an Kettenwirkmaschinen. Im Ergebnis wurde eine anforderungsgerechte Funktionsfadenintegration mit variabler Schusslänge und -folge in Kettengewirken entwickelt.

Sie wird u. a. für die Herstellung flächiger Heizstrukturen mit Blick auf die Elektromobilität benötigt. Mit dem neuen Schusseintragssystem, so das Resümee, sind gut ins Automobil integrierbare Heizelemente produzierbar, die einen Erfolg versprechenden Ansatz für die Entwicklung eines energieeffizienten Heizkonzeptes für den Einsatz in der Elektromobilität liefern. Gegenüber herkömmlichen Lösungen bietet die neue Konstruktion für die Schussfadenlegung während der Maschenbildung Effizienzvorteile. Mit dieser prototypischen Zusatzeinrichtung an Kettenwirkmaschinen lassen sich unterschiedliche Einsatzgebiete für Gewirke erschließen. Durch den Einsatz von leitfähigen Garnen als Funktionsgarn sind auch elektromagnetische Abschirmungen und Sensorstrukturen für Smart Textiles herstellbar.

Der Nutzen für den Mittelstand

Die Forschungsergebnisse ermöglichen eine Steigerung der Produktivität zur Herstellung von funktionalisierten Textilien und durch die neuen, innovativen Produkte eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit für die mittelständischen Unternehmen der Wirkerei-Industrie.

Ansprechpartner

Gerald Hoffmann
gerald.hoffmann@tu-dresden.de
+49 351 463 35239

Fördergeber

Finanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil e.V. als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programmes zur Förderung der "Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)" 17425 BR.